Fragile Grounds
Lupe Godoy
Malerei
10.–24. September 2026
Eröffnung
Donnerstag, 10. September 2026, um 18 Uhr
Es gibt Momente, in denen die Kräfte der Natur mit solcher Intensität in unser Leben einbrechen, dass der feste Grund, auf dem wir zu stehen glaubten, ins Wanken gerät. In solchen Augenblicken wird die Fragilität jener Gewissheiten sichtbar, auf denen wir unsere Beziehung zur Welt aufbauen.
Die Ausstellung Fragile Grounds entstand ausgehend von der DANA, dem extremen Unwetter, das Valencia im Herbst 2024 traf und tief geprägt hat. Die Arbeiten von Lupe Godoy versuchen jedoch nicht, eine konkrete Katastrophe abzubilden. Vielmehr erkunden sie die Spuren, die ein solches Ereignis in Erinnerung, Landschaft und Wahrnehmung hinterlässt.
Die groß- und mittelformatigen Gemälde bewegen sich zwischen Malerei und der Erfahrung des Erlebten. Wasser, Schlamm und die Bewegung der Elemente werden nicht dargestellt – sie werden zu malerischer Materie. Farbschichten, Fließbewegungen und Unterbrechungen der Oberfläche bilden eine emotionale Landschaft, in der Erinnerung und Veränderung miteinander in Dialog treten.
Die Farbpunkte, die sich durch die Arbeiten ziehen, gehen zunächst auf Orte zurück, die besonders stark von der Überschwemmung betroffen waren. Im Verlauf des künstlerischen Prozesses entwickeln sie sich zu einer offenen Kartografie des Abwesenden und dessen, was fortbesteht.
Im Zentrum der Serie steht eine Hommage an ein Territorium: an seine Landschaft, sein Licht und seine Menschen. Der Blick richtet sich nicht auf die Zerstörung allein, sondern auf die Fähigkeit zur Veränderung, die nach einem Verlust entstehen kann.
Fragile Grounds lädt zu einer Reflexion über die Instabilität unserer Gewissheiten ein – und über die Fähigkeit der Kunst, Fragilität in Erinnerung und Erinnerung in eine neue Form des Sehens zu verwandeln.
Künstlerisches Statement
Ich begann diese Serie, ohne genau zu wissen, wonach ich suchte. Ich wusste nur, dass es ein dringendes Bedürfnis gab: Ich musste es malen.
Die Bilder aus Valencia waren längst keine Nachrichten mehr. Ich konnte sie nicht länger von außen betrachten. Ich wollte den Schmerz der Menschen, die diese Erfahrung gemacht hatten, teilen und zugleich ihre Landschaft, ihr Licht und ihre Menschen würdigen.
Im Laufe des Arbeitsprozesses fanden die Punkte, die zunächst die am stärksten betroffenen Orte markierten, eine neue Bedeutung. Sie verwandelten sich in eine visuelle Schrift, in eine Topografie der Erinnerung, die sich durch jedes einzelne Gemälde zieht.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich nicht mehr nur Valencia malte. Ich malte jenen universellen Moment, in dem wir die Fragilität unserer Verbindung zur Welt erkennen – und das Bedürfnis entsteht, dem Erlebten eine andere Form zu geben.
Die Malerei wird so zu einem Raum, in dem das Verlorene in Materie verwandelt wird.